Die Unstrut ist 192 km lang und der wassereichste Zufluß der Saale. Das Einzugsgebiet erstreckt sich über 6300 qkm. An diesem Standort wird die Wasserkraft etwa seit dem Jahre 1550 genutzt. Die Energie diente zum Antrieb der unterschiedlichsten Mühlen und Maschinen. 1886 wurde hier erstmals Strom erzeugt. 4 Turbinen hatten eine Maximalleistung von 580 kW. Das Wehr war 40 cm höher als heute.

Nach dem 2. Weltkeig verkümmerte die Technik, der Unterlauf verlandete. 1959 wurden die Turbinen abgeschalten. Der Zufluß und der Unterwassergraben wurden mit Müll verfüllt. In den 70er Jahren brach das alte Wehr, um ein Absenken des Grundwasserspiegels zu verhindern, wurden an dieser Stelle alte Kähne mit Steinen versenkt.

1995 wurde das heutige Wehr, in der jetzigen Höhe, wieder errichtet. 2009 wurde der Antrag zur Reaktivierung der Wasserkraft gestellt. Es folgten vier Jahre sehr kontrovers geführter Disskussionen. Zur Verhinderung der Wasserkraft hatte sich eigens ein Verein gegründet. In dieser Zeit mussten erhebliche Bedenken geklärt werden, besondere Bedeutung hatten fischökologische Belange und der Wasserstand. Im November 2013 erfolgte die Genehmigung. Zum Bau mussten allein aus dem Mühlgraben etwa 14.000 cbm Abraum fachgerecht und unter strenger Aufsicht entsorgt werden. Zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme war es das fischökologisch modernste Kraftwerk Europas. Es gibt jetzt einen 120 m langen Fischauf- und Fischabstieg. Ein waagerechter Fischschonrechen mit nur 10 mm Stababstand verhindert, dass Fische in den Turbinen Schaden nehmen. Dieser Rechen wird mit einem Winkel von 36 Grad angeströmt. Die Fische werden zum Abstieg abgeleitet, daher ist die Fischschädigungsrate gleich Null.

Seit Oktober 2014 erzeugen 3 Kaplanturbinen jährlich etwa 1,8 Mio kWh. Strom aus Wasserkraft ist grundlastfähig und emmissionsfrei.

Besonderer Fokus - Umweltschutz

Vor hundert Jahren gab es 10 mal so viele Querbauwerke in den Flüssen Deutschlands wie heute. Diese waren für Fische kaum passierbar. Dennoch gab es viel mehr Fische in den Flüssen. Neben den Querbauwerken gibt es weitere Einflußfaktoren für den Fischbestand, dazu zählen u.a. Gewässerbegradigungen, Uferbefestigungen, Schadstoffeinträge durch Industrie, Düngemittel- und Pestizideinträge durch Agrarwirtschaft, invasive Pflanzen und Tiere, etc.

Da es für die Fische unausweichlich ist die Kraftwerke zu passieren sind sich die Betreiber deren Verantwortung bewußt.

In den letzten Jahren wurden jedoch gewaltige Umbaumaßnahmen realisiert, die die Fischschädigungsrate reduzieren und die Passierbarkeit erhöhen. Der Bau des Krafttwerkes in Freyburg verbessert die Situation für die Fische erheblich. Und wird selbst von Anglern lobend erwähnt. Es entstand das zum Zeitpunkt des Baus fischökologischste Kraftwerk Europas. Es gibt einen 120 m langen Fischaufstieg und -abstieg. Ein waagerechter Fischschonrechen mit nur 10 mm Stababstand verhindert, das Fische in den Turbinen Schaden nehmen. Dieser Rechen wird mit einem Winkel von 36 angeströmt. Die Fische werden zum Abstieg abgeleitet. Die Fischschädigungsrate beträgt 0.

Querbauwerke haben aber auch für einige Fische Vorteile. Nicht alle Fische vertragen, wie die Forelle, permanent starke Strömung. Hier bieten Staustufen Ruhezonen, die diese Fische früher in den Überschwemmungsgebieten hatten.

"Der konfliktbeladene Umgang der letzten Jahre zwischen Anlagenbetreibern, Umwelt- und Naturschützern, Fischern und Anglern hat kaum weiter geholfen, um die wirklichen Probleme der Fließgewässer in Deutschland zu lösen. Eine verbale Abrüstung auf allen Seiten ist hier dringend geboten.“ (Quelle: http://www.wasserkraft-deutschland.de/wasserkraft/frequently-asked-questions.html)

Wer Umweltschutz will, meint meistens die andern!